Frage zur zulässigen Geschwindigkeit

ampel mit Geschwindigkeitsbegrenzung

15. August 2014

Frage zur zulässigen Geschwindigkeit

von | Aug 15, 2014 | Allgemein | 1 Kommentar

heute erreichte mich folgende interessante Email, die ich an dieser Stelle veröffentlichen darf und gerne beantworte und kommentiere:

Ich besitze jetzt zwar schon seit 1993 einen Führerschein, aber ich hätte da mal eine Frage zu der „Bedarfsampel“ am Weyhäuser Weg in Weyhausen:
Wenn man sich der Ampel nähert, dann wird man durch die
Kombination der Zeichen „131 Lichtzeichenanlage“ + „274 Zulässige Höchstgeschwindigkeit“
darauf hingewiesen, dass in Kürze eine Ampel folgt und dass man deshalb nur noch mit 70 km/h fahren darf.

Die betreffende „Bedarfsampel“

 

Die einzige Aufgabe dieser „Bedarfsampel“ besteht anscheinend darin, dass der Bauer zweimal pro Jahr seine Kühe über die Fahrbahn führen kann. Hier wird also kein kreuzender Verkehr geregelt, sondern hier werden massiv Steuergelder verschwendet und Verkehrsteilnehmer grundlos ausgebremst.

Frage: Gelten die 70 km/h hier nur dann, wenn die „Bedarfsampel“ sichtbar in Betrieb ist, oder immer?

Der Sinn und Zweck von Geschwindigkeitsbegrenzungen vor Ampeln besteht ja darin, dass man rechtzeitig zum stehen kommen muss, bevor die Ampel auf Rot umspringt. Doch wenn die Ampel bereits von weitem sichtbar nicht in Betrieb ist, dann sehe ich hier keinen nachvollziehbaren Grund meine Geschwindigkeit zu verlangsamen, weil hier der Grund für eine Geschwindigkeitsbegrenzung ja nicht gegeben ist, da die Ampel nicht in Betrieb ist. Sie kann also nicht Rot werden. An regulären Straßenkreuzungen ist das natürlich etwas anderes, weil aus einer Seitenstraße ja auch dann ein Fahrzeug kommen kann, wenn die Ampel aus ist. An der betreffenden Stelle am Weyhäuser Weg in Weyhausen, ist das aber etwas anderes, weil hier nichts von der Seite kommen kann. Kein kreuzender Fußweg, sondern nur ein Feldweg. Ich fahre diese Strecke jetzt schon seit 16 Jahren zweimal Täglich und durch Früh-, Spät- und Nachtschicht, zu völlig unterschiedlichen Tageszeiten. Ich habe aber noch nie erlebt, dass diese „Bedarfsampel“ einmal in Betrieb gewesen wäre. Daher frage ich mich nun, ob diese Geschwindigkeitsbegrenzung überhaupt gerechtfertigt ist, weil diese „Bedarfsampel“ ja nie in Betrieb ist?

Darf ich hier also mit 100 km/h fahren, wenn die Ampel aus ist?

 

1 Kommentar

  1. Gerd Reinecke

    Nein, Sie dürfen nicht mit 100 weiterfahren. Die 70 km/h gelten vom Schild an bis zur Ampel. Auch dann, wenn diese nicht im Betrieb ist, weil sich ja auch ein ortsunkundiger Kraftfahrer rechtzeitig auf diese Gefahr einstellen muss. Gefahrzeichen stehen grundsätzlich nur da, wo der Kraftfahrer nicht mit einer Gefahr rechnet.

    § 39 StVO Verkehrszeichen
    Angesichts der allen Verkehrsteilnehmern obliegenden Verpflichtung, die allgemeinen und besonderen Verhaltensvorschriften dieser Verordnung eigenverantwortlich zu beachten, werden örtliche Anordnungen durch Verkehrszeichen nur dort getroffen, wo dies aufgrund der besonderen Umstände zwingend geboten ist.

    desweiteren spielen folgende Verwaltungsvorschriften eine Rolle:

    zu Zeichen 274 zulässige Höchstgeschwindigkeit
    Außerhalb geschlossener Ortschaften ist die zulässige Höchstgeschwindigkeit vor Lichtzeichenanlagen auf 70 km/h zu beschränken.

    Zu Zeichen 131 Lichtzeichenanlage
    … Außerhalb geschlossener Ortschaften ist das Zeichen stets in Verbindung mit einer Geschwindigkeitsbeschränkung vor Lichtzeichenanlagen anzuordnen.

    Ob diese Geschwindigkeitsbeschränkung gerechtfertigt, diese Gefahrstelle wirklich gefährlich ist und was sich die Verantwortlichen in diesem Fall dabei gedacht haben, entzieht sich leider meiner Kenntnis 🙂

    Antworten

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